4. Die ersten Eindrücke

Die erste Nacht war sehr anstrengend, denn es ist so ungwohnt heiß überall. Wir haben es mit Deckeventilator probiert, wir probierten es ohne, - nie war es für beide gleichmaßen erträglich. Wer weiß, wann wir einschliefen, aufgewacht sind wir erst kurz vor um zehn.
Was frühstücken wir denn? Wir haben ja nichts... auf zum Supermarkt! Wahllos gingen wir durch die Straßen. Hunde und Hühner liefen an uns vorbei, Roller und Autos fuhren hupend um uns herum...Die Menschen am Straßenrand lachten uns an, grüßten uns und wir schauten neugierig in jeden kleinen Laden rein, an dem wir vorbeikamen. In Sanur sind kleine Straßenkioske üblich. Jeder Laden verkauft sowohl Obst und warmes Essen, als auch Kleidung und Benzin. Was will man mehr?!
Man will am ersten Morgen gerne ein vertrautes Gefühl... und so beschlossen wir einen "westlichen" Supermarkt zu besuchen. Wasser, wir brauchten jede Menge Wasser! Und zum Essen fanden wir Milchbrötchen mit Schokofüllung. Naja, das war noch kein Austritt aus der Comfort Zone, aber es war ja auch der erste Morgen. Von den Brötchen schafften wir nicht besonders viel, denn irgendwie verging der Hunger nach viel Wasser trinken. Mit Sarah B. zusammen beschlossen wir, den Tag in Angriff zu nehmen. Das Ziel war Sanur Beach - der Strand in unserem Wohngebiet! Und weil wir noch kein Fortbewegungsmittel besaßen, eben zu Fuß. Sind ja nur 3km... Für die wir aber über eine Stunde in der  Mittagshitze unterwegs waren. Kein Wunder, dass man sich da schon den ersten Sonnenbrand holt. Warum das so lange dauert? Weil es keine Bürgersteige gibt und wir in permanenter Angst, von Rollerfahrern umgefahren zu werden, uns sehr vorsichtig fortbewegten. Außerdem musste man doch genau hinsehen, wenn es einen etwas breiteren Randstreifen gab, denn in dem befanden sich riesige Löcher, oder es lagen kleine Opfergabenschälchen der Hindus darauf. Die Hindus hatten einen Feiertag und legten überall kleine Körbchen mit Blüten, Räucherstabchen, Reis und Süßigkeiten auf die Straßen. Endlich am Strand angekommen, wollten wir unseren warmgelaufenen Füßen eine Abkühlung gönnen und stellten uns etwas enttäuscht in das 26 Grad warme Wasser. Dann eben eine andere Abkühlung: an der Strandbar gab es frische Kokosnüsse und für jeden einen kleinen Snack. Kokosnusswasser schmeckt sehr gut mit Limette und etwas Minze und soll sehr wohltuend für den Körper sein. Nach der Pause zogen wir am Strand entlang und entdeckten den Grund, warum Bali bei Touristen so sehr gehyped wird: die unglaublich luxuriösen Hotelanlagen! (Oh und eine kleine Anmerkung: nicht von den Shopbesitzern bequatschen lassen. Sonst muss man sich aus dem Laden "frei kaufen". Folge: Anne besitzt jetzt ein neues Armband haha)
Der Nachhauseweg führte uns an wunderschönen Feldern in einer angenehm ruhigen Gegend vorbei, aber auch an einem agressiven kleinen Straßenhund. Das mag albern klingen aber wenn dir so ein Tier zähnefletschend und bellend hinterher rennt, ist es schwer einen kühlen Kopf zu bewahren. Nach bestimmt erst 20 Metern ließ der Kläffer von uns ab und jetzt zucken wir bei jedem bellenden Hund in der Nachbarschaft zusammen. Wir sind so gar nicht furchtlos. Zuhause gab es keine Zeit zu verlieren, denn wir wanderten zum Nightmarket. Dort kochten die Locals auf einem Platz sämtliche traditionelle Gerichte. Wir entschieden uns nach Empfehlung für ein Mi Goreng, welches an einem immer gut besuchten Stand von zwei älteren Damen in zwei Pfannen nacheinander gezaubert wurde. Auf diesem Markt fanden wir auch unser nächstes Frühstück: Wassermelonen, Papaya und Drachenfrucht. Schonmal ne pinke Drachenfrucht gesehen? 
Nachhause kamen wir mit dem Taxi, - dem eigentlich üblichen Verkehrsmittel, wenn man keinen Scooter hat. Denn wenn man den Locals erzählt, dass man zu Fuß geht, dann lassen sie dich wissen, dass du lebensmüde bist. Und ehrlich, wenn man für eine Taxifahrt 10.000 IDR zahlt, was umgerechnet... warte mal... 0,59€ (und das ist noch nicht durch drei Personen geteilt!) sind, dann kann man das schon mal machen.

Fortsetzung folgt...
Unsere erste Kokosnuss

Die Straßen zum Strand

Opfergaben der Hindus

Felder in der Nachbarschaft. Wir wissen noch nicht, was angebaut wird...

Die Köchinnen



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