22. Lombok - Balis kleine Schwester

Unsere Reisezeit ist in vollem Gange. Die letzten 6 Tage verbrachten wir auf Lombok, einer weiteren Insel ganz in der Nähe Balis. Sie wird auch "Balis kleine Schwester" genannt, weil sie sich in Größe und Beschaffenheit kaum von dem heiß geliebten Touristenziel unterscheidet. Allerdings fühlt sich ein Aufenthalt auf Lombok an wie ein Urlaub, der dir von jemandem beschrieben wird, der vor 10 Jahren auf Bali war. Der Tourismus ist dort zwar angekommen aber ist noch nicht in jeden Winkel gekrochen. Wir haben einiges unternommen, viel gesehen aber komplett unterschätzt, dass Lombok am Ende doch so groß ist wie Bali und dass es doch seine Zeit braucht von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu fahren. 
Unsere kleine Reisegruppe, bestehend aus Sarah und Henry, Lucia und Anne, hatte ein kleines Häuschen in Sengiggi, im Nordwesten der Insel, gemietet und von da aus besuchten wir am ersten Tag nach unserer Ankunft das Islamic Center. Im Gegensatz zu Bali ist die hier übliche Religion der Islam und nicht der Hinduismus. An einer gigantisch großen Moschee, die in weiß und gold in den wolkenlos blauen Himmel ragte, angekommen bekamen wir zu spüren, was es heißt anders zu sein: Ein Mann mit drei Frauen, alle weiße Europäer und ohne Kopftuch aber mit kurzen Hosen. Die Handys wurden von allen Seiten gezückt, es wurde ketuschelt und gekichert, auf uns gezeigt und die Leute erstarrten zur Salzsäule, wenn man sie direkt ansah. Ein Mitarbeiter des Islamic Centers fing uns vor dem Eingang ab, bat uns lange Kutten anzuziehen. Wir waren froh darüber, denn wir wussten ja was sich gehört. Allerdings sahen wir mit den Umhängen aus wie Anhänger des Kuklux Klans und das machte unser Erscheinungsbild nicht unauffälliger. Der Mitarbeiter sprach ein wenig Englisch und zeigte uns netterweise die Moschee. Es schien, als fühlte er sich ein wenig verantwortlich für uns zwischen all den Moslems, die ganz viel von uns wissen wollten. Abdul, welcher viele Fragen stellte, war sichtlich enttäuscht als Henry ihm erklärte, dass er keiner Religion angehöre und er wirkte ein bisschen überrascht auf Lucias Antwort, dass sie mit 18 Jahren noch nicht verheiratet wäre. 
Ein weiteres Abenteuer war der Wasserfall Tiu Pituq. Wir fuhren mit unseren Scootern ca. 2 Stunden Richtung Norden in die Nähe des Vulkans Rinjani und betraten ohne große Erwartungen den Wasserfallpark. Glücklicherweise wurden wir schon sehr früh von einer Gruppe Locals entdeckt, die es sich zur Aufgabe machte, uns ein ganz besonderes Erlebnis zu bescheren: sie kletteren mit uns brüchige Stein- und Geröllhänge hinunter um unten angekommen mit uns in einer Höhle zu schwimmen, in die ein Wasserfall mündetet. Sie "grillten" Bananen und Kartoffeln und zeigten uns leckere selbstgemachte Gewürzpaste. Die Jungs kletterten sogar auf Palmen um uns frische Kokosnüsse zu pflücken und zu servieren. Am Ende saßen wir mit ihnen zusammen, einer packte seine Gitarre aus und so sangen wir miteinander und zum Abschluss spielte Henry ihnen etwas von Nirvana vor.
Am Montag verschlug es uns in den Süden der Insel - nach Kuta, um genau zu sein. Die Fahrt war lang, staubig und anstrengend. Eigentlich sollte die  Stadt Anziehungsort für viele Touristen sein aber wir fanden hauptsächlich dorfähnlich aneinader gereihte Bambushütten vor. Lange hielten wir uns nicht auf, denn wir wollten nach Bukit Merese, eine Halbinsel ganz in der Nähe Kutas, die auf den Fotos aussah wie die irischen Highlands. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass die Trockenzeit dafür gesorgt hatte, das alles Gras verbrannt war. Dennoch war der Ausblick nach einem kurzen Aufstieg wirklich atemberaubend. Die Hügel, so weitläufig und einfarbig im Kontrast zu dem blauen Himmel und dem noch blaueren Meer an der Steilküste unter uns, - der Wahnsinn. Wir hielten uns einige Stunden auf der Halbinsel auf, liefen von einem Aussichtspunkt zum anderen und klettereten zu den kleinen Buchten hinunter. Der Ausflug wurde mit einigen Stunden Entspannung am Tanjung Aan gekrönt, einem der schönsten Sandstrände Lomboks. Das Wasser war türkisblau und glasklar und wir konnten frisch gefangenen und gegrillten Fisch essen. Wirklich lecker.
Den letzten Tag verbrachten wir damit, verschiede Strände rund um Sengiggi zu besuchen, Watermelon-Juice zu trinken und Livebands zuzuhören.

Jetzt sind wir zu zweit auf den Gili Inseln unterwegs, aber dazu später mehr... 















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