24. Komodo Islands - Die Insel der letzten Drachen
Gestern Abend kehrten wir von unserem 3-tägigen Ausflug von den Komodo Inseln zurück und wir waren sehr froh, endlich wieder balinesischen Boden unter den Füßen zu haben. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass unser gewähltes Ausflugsziel nicht ganz so viel Glück, wie wir von den letzten Abenteuern gewohnt waren, für uns bereit hielt. Aber fangen wir von vorn an:
Am Mittwoch standen wir furchtbar früh auf um unseren Flug 7:30 Uhr zu bekommen. Der kleine Propellerflieger (eine ATR72-600 - Grüße an Carschti) hob pünktlich ab und setzte uns 1 1/2 Stunden später in Labuan Bajo auf Flores, das touristische Zentrum der Inselgruppe, ab. Wir fuhren in unsere Unterkunft und wurden von einem freundlichen Rezeptionsboy begrüßt, der uns auch instant einen Komodo-Drachen-und-Schnorchel-Daytrip für den nächsten Tag klar machte. Etwas zu teuer für unseren indonesischen Geschmack aber herrjeh. So weit, so gut. Wir durften unser Zimmer in Augenschein nehmen und waren eher negativ überrascht. Abgesehen davon, dass es wirklich sehr klein war, hatte es keine Klimaanlage, nur einen Ventilator und Ameisen. Na toll. Aber es sind ja nur zwei Nächte. Was wollen wir nun mit dem Tag anstellen?! Sarah nahm all ihre Googlefähigkeiten zusammen und fand zwei Höhlen, die wohl einen Besuch wert waren. Nummer eins sollte man aber in den frühen Morgenstunden besuchen, wenn die Sonne durch die Höhle scheint. Also wollten wir Höhle Zwei besuchen. Sie lag auf einer kleinen Halbinsel und war nur mit dem Boot erreichbar. Im Hafen fragten wir uns wie gewohnt durch, wer uns für einen guten Preis zu der Höhle bringen würde. Wie die Fliegen scharrten sich die Locals um uns, beäugten uns mit Blicken, die uns dazu veranlassten, alle Taschen gut fest zu halten. Der angesetzte Preis war für uns nicht vereinbar und wir wollen gehen. "Come on, give us money!", bekamen wir zu hören. Mit einem unguten Gefühl verließen wir den Hafen und suchten uns Scooter für einen Tag. Mit denen fuhren wir aus der Stadt raus, über mehr oder weniger befestigte Straßen, bis wir die kargen, vertrockneten Hügel Labuan Bajos vor uns liegen sahen - wie das Teletubbieland. Das verbrannte Gras wurde von einzeln stehenden Palmen gespickt und alles sah irgendwie unwirklich aus. Wir folgten einem Weg den Hügel hinauf, mussten aber bald feststellen, dass die Hitze hier verheerend war. Also ein paar Fotos schießen und wieder zurück. Am Abend wollten wir essen gehen. Im ersten Local wollte man uns nicht bedienen, im zweiten bekamen wir Essen, fühlten uns hinterher aber schlechter als vorher. Vielleicht lag es nur daran, dass wir wenig geschlafen hatten. Vielleicht wird es am nächsten Tag besser...
Das wurde es kaum. Wir standen 4:40 Uhr auf, denn Treff war kurz nach fünf. Um 6 legte das Boot nach Komodo mit uns und ein paar anderen Menschen im Hafen ab. Es war ein recht kleines Boot, man konnte eben darin sitzen. Nach 1,5h fröhlichen Schaukelns wurden die Wellen plötzlich höher. Sie schlugen in unser Boot, teilweise zwei Meter hoch. Alle Insassen waren klitschnass. Das Boot begann hin und her zu kippen, teilweise überkam uns die Angst, zu kentern. Der junge Local, der hinter dem Steuer saß, fuhr zielstrebig auf die Insel vor uns zu, während die Passagiere sich entweder krampfhaft festhielten, um nicht von der nächste Welle rausgespült zu werden oder sie versuchten erfolglos zu meditieren und die Umgebung auszublenden. Nach geraumer Zeit saßen wir drei verkrampft nebeneinander, zitterten und wünschten uns nur noch dass es vorbei geht. Irgendwann drehte der Kapitän um und erklärte uns, dass die Wellen zu hoch seien, um die Insel Komodo zu erreichen. Ach was... Die Insel wäre der Ort gewesen, an dem die Komodowarane leben. Bei Anne, deren großer Wunsch es war, diese Tiere zu sehen, brach Enttäuschung aus. Eine gefühlt weitere Ewigkeit wurden wir durch die Wellen geschleudert bis wir endlich an der Insel Padar anlegten. Wir wollten den Boden unter unseren Füßen küssen und allen Mitfahrern ging es genau so. Da alle Klamotten nass waren, kletterten wir nur im Bikini die Stufen der Insel hinauf. Sie ist berühmt für ihre wirklich ausgefallene Struktur. Die Aussicht von oben gab uns ein wenig das Gefühl, dass es die Tortur hier her wirklich wert war. Nach einer Stunde mussten wir zurück auf das Schiff. Erneut durchlitten wir eine nasse Hölle. Nach geraumer Zeit kamen wir auf Rinca an. Auch hier wurden uns Komodowarane versprochen, wenn auch nur die kleinen. Der Eintritt war nicht im Tourpreis mit inbegriffen und wir wurden zusätzlich knapp 15€ leichter. Ein Ranger führte unsere Gruppe durch den Park und schon hinter der ersten Ecke lagen sie: Komodowarane. Drachenähnliche Reptilien, die die meiste Zeit eigentlich nur faul im Schatten liegen. Aber sie sind mehr als das, sie sind eine der ältestens Tierarten der Welt und dazu noch wahnsinnig giftig. Und diese ca. 2m langen Echsen lagen jetzt ohne Barriere vor uns. Neugierig hoben sie die Köpfe, züngelten und ein paar kamen neugierig auf uns zu. Die Ranger hielten sie in Schach und boten geichzeitig an, Fotos von uns und den Tieren zu machen. Äh, nein danke. Die kleinen zwei Meter Abstand würden wir dann doch gerne bewahren. Weiter ging es durch das Unterholz eines vetrockneten Palmenhains. Wir sahen auch noch einen Büffel und ein paar Vogelarten. Zwei oder drei weitere Warane lagen einsam am Wegesrand und ließen sich nicht von uns stören. Ganz zum Schluss hatte der führende Ranger noch ein sehr großes Exemplar entdeckt und wir sollten ihm ordentlich auf die Pelle rücken. Uns war es wirklich unangenehm und zu unserer Erleichterung drehte sich der Waran um und suchte das Weite. Egal, wie man den Besuch der Insel bewerten mag, speziell Anne kann nun einen Haken auf ihrer Bucketlist des Lebens machen. Eigentlich sollte unsere Tour noch an einem Pink Beach und einem Manta Point zum Schnorcheln vorbei führen aber das musste aufgrund des Wellengangs gecancelled werden. Für einige unserer Mitreisenden richtig enttäuschend, für Henry leider auch. Sie ließen uns an zwei anderen Orten schnell eine Runde Schnorcheln (Anmerkung: "Was kann man hier sehen?"-"No Coralls. No Fish"-"Aha. Und sonst? Nur Steine?"-"Yes, Sir") und brachten uns dann auf einer zum Glück etwas ruhigernen See zurück nach Labuan Bajo. Was waren wir froh...
Am nächsten Morgen gönnten wir uns endlich einmal Ausschlafen bis um 7, denn wir wollten in die Höhle, die morgens besonders schön sein sollte. Ein etwas verschlafener, aber sehr freundlicher Rastafari nahm uns mit seinem Auto mit und kletterte voraus in die Sandsteinhöhle, die uns ein wenig an zuhause erinnerte. Wahrscheinlich hatten wir es uns alle etwas spektakulärer ausgemalt, aber es glitzerte leider nicht alles so, wie man es uns erzählt hatte. Naja, dann lieber noch schön frühstücken gehen und dann ab zum Flughafen. Auf dem Weg zum Aus-checken krönte Anne noch den Aufenthalt in dem sie mit dem Fuß ungeschickt umknickte. Dieser nahm eine unnatürliche Form an und veranlasste noch einen kleinen Besuch zum Röntgen im Krankenhaus, nachdem alle wieder heil auf Bali angekommen waren.
Nun, wir sind froh, wieder auf unserer Insel zu sein, denn irgendwie haben wir das Gefühl, dass wir nirgends so viel geballtes "Pech" in den letzten knapp drei Monaten hatten wie auf den Komodo Islands. Heute geht es für ein paar Tage nach Ubud. Eigentlich war eine Wanderung zum Sonnenaufgang auf den Vulkan Batur geplant aber leider ist das mit Annes Fuß nicht möglich.
Heute beginnt auch unsere letzte Woche des großen Abenteuers...
Wie die Zeit verfliegt.
Fotsetzung folgt...



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