17. Ubud - die Stadt, die zeigt, dass es geht.

Am Freitagnachmittag fuhren wir nach Ubud. Die Stadt liegt recht zentral auf der Insel und wir bekamen einen kleinen Vorgeschmack auf die abwechslungreiche Natur auf dem Weg Richtung Norden, der Lust auf mehr machte. Nach einer guten Stunde Fahrt mit dem Scooter erreichten wir unsere Unterkunft - ein kleiner aber feiner Bungalow in einem Garten, den wir mit dem Rest der Familie teilten. Auf Geburtstagswunsch einer einzelnen Dame besuchten wir gleich nach dem Auspacken unserer Rucksäcke die einzige Boulderhalle der ganzen Insel (das war ein wichitger Grund für beide nach Ubud zu fahren!) und kletterten dort fröhlich eine Stunde herum. Die Halle war sehr überschaubar aber für den Spaß hat es gereicht. Der Abend war angebrochen und wir entschieden uns die Roller stehen zu lassen und zum Essen in die Stadt zu laufen. Endlich mal Laufen ohne Angst um sein Leben haben zu müssen! Sarah hatte einen vegetarischen Mexikaner ausgesucht, in den sie Anne zur Feier des Tages einlud. Das Essen war vorzüglich (es gab Kääääse!) und die Bedienung war übertrieben freundlich. Auf dem Weg zuück zur Unterkunft wurde uns bewusst, dass Ubud zwar voll von Touristen ist aber überraschender Weise nicht unangenehm ist. Ihr Dasein und die Anpassung der Stadt auf den Tourismus brachte einen europäischen Flair mit sich. Überall gibt es geschmackvolle Boutiquen für Schuhe, Schmuck und Kleider. Viele Läden verkaufen selbstgemachte Öle und Seifen. Die Restaurants und Cafès locken mit vegetarischen und veganen Angeboten, die Inneneinrichtung ist aus Holz (und nicht aus Plastik, wie sonst ganz häufig) und es gibt sogar französische Bäcker, die richitges Brot, geräucherten Schinken und Camenbert verkaufen (leider verdammt teuer, aber hey! Möglich wäre es ...) Und weil wir vorhin erwähnten, dass man zu Fuß keine Angst haben muss, hier kommt die kurze Widerlegung dieser Aussage: die letzten Meter nach hause führten durch enge Gassen, in denen die Straßenhunde lagen. Diese jagten uns einmal an unserer Unterkunft vorbei und wir warteten mit rasendem Herzen in einer Niesche auf das nächste Moped, dass uns schützenderweise bis zur Tür begleitete. Gott sei Dank.
Am nächsten Morgen schwangen wir uns gleich auf unsere Scooter und fuhren zu den Reisterrassen. Auf dem Weg dahin fiel Anne in eine Pfütze. In eine tiefe, schlammige Pfütze. Zusammen mit ihrem Moped. Aus dem Nichts (und das ist wirklich nicht übertrieben) tauchte eine junge Frau auf, fischte erst das Moped, dann Anne heraus und in gleicher Reihenfolge machte sie beide auch wieder tauglich für die Straße. (Das muss man hier einmal erwähnen: Balinesen sind sehr sehr hilfsbereit. Noch nie sind wir so bedenkenlos unterwegs gewesen wie hier.) Am Ziel angekommen, erstreckte sich vor uns ein sattgrünes, fein aufeinander gestapeltes Land, welches gesäumt von Palmen war. Die Terrassen waren auf den ersten Blick wirklich beeindruckend und sehr sehr schön. Nichts wie rein da! Wir stiegen mit wahnsinnig vielen, ständig stehenbleibenden Touristen ins Tal hinab und wurden auf der anderen Seite ständig am Aufstieg gehindert, weil sich Einheimische in unseren Weg setzten und auf eine Spende bestanden. Aber bitte keine Münzen, wenigstens 20.000 IRP. Das alles bereitete für uns leider so viel Frust, dass wir den Ausblick gar nicht richitg genießen konnten, sondern nur wieder aus der Anlage verschwinden wollten. Ohne Plan fuhren wir weiter. Hinter einem Dorf mit einem bezaubernd-freundlichen Kioskbesitzer (der gar nicht dankbar genug sein konnte, weil wir bei ihm auftankten), entdeckten wir durch Zufall eine Tempelanlage, wie aus dem Märchenbuch. Zauberhaft lagen grüner Rasen und mehrere Wasserstellen vor einem kleinen Wäldchen. Das mussten wir uns genauer ansehen! Eine große Steintreppe führte hinab in die Anlage. Es waren kaum Touristen zu sehen. Ein paar Hindus liefen durch den Garten und verteilten Opfergaben. Eine Frau in traditioneller Kleidung drückte uns mit breitem Lächeln Früchte und Reispäckchen in die Hand. Wir wussten gar nicht, wie uns geschieht. Wir schlenderten entlang an Altaren und angelegten Teichen vorbei und kamen zu den heiligen Wasserquellen. Sarah nutzte die Gelegenheit und wusch sich das verschwitzte Gesicht - natürlich mit einem spirituellem Hintergedanken. Der Aufenthalt im Tempel brachte in uns beiden eine Ruhe an's Licht, wie wir es bisher noch an keinem anderen Ort verspürt hatten. Ein tiefes Donnergrollen zwang uns den Weg in die Stadt zurück anzutreten. Es war Mittag und wir kehrten in einem sehr stilvollen Cafè ein. Anne bekam einen Salat... mit echem Haloumi! Am Nachmittag zogen wir durch die Straßen voller kleiner Läden und bekamen Wutanfälle auf dem Ubud-Market, weil auch hier nur die nervigen Damen versuchten, ihre Sarongs zu verkaufen. Wir hatten uns etwas Abwechslung  zu den sonstigen Märkten erhofft. Abends ging es wieder in ein recht schickes Restaurant und dann war auch schon Zeit für's Bett. Ihr müsst nämlich wissen, dass Anne auf Bali bis maximal um 6 Uhr schläft und dann aufsteht und damit Sarah aus ihrem Schlaf reißt. Das heißt, dass Sarah gegen 22 Uhr wieder bereit zum Schlafen ist. 
Am Sonntag ging es schon früh zum Campuhan Ridge Walk - eine 2 km lange Strecke, die durch Reisterrassen und kleine bewohnte Dörfer führt. Am Ende machten wir noch eine kleine Pause in einem Café mit Aussicht auf saftig grüne Felder und einem schön angelegten Lotusteich. Danach sattelten wir unsere Scooter für die Rückfahrt und machten noch einen Zwischenstopp an dem Tegenungan Waterfall. Was sollen wir sagen? Kameras und posierende Menschen soweit das Auge reicht. Ach ja und dann natürlich der Wasserfall. Jaaaa der war natürlich auch voll schön und sooo....kannst du vielleicht nochmal 30-40 Fotos von mir machen während ich mich im Wasser vor diesem mega krassen Naturspektakel räkele? Als uns dann noch gesagt wurde, dass wir für den Aufstieg zum Wassefall nochmal Geld bezahlen sollen, beschlossen wir nach Hause zu fahren. 
Der Besuch in Ubud hat uns gut gefallen und wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal da. Die Stadt zeigt, dass auch auf Bali ein gewisser Standart herrschen kann, dass man sein Leben auch hier nachhaltiger getalten kann (tatsächlich lag nicht offensichtlich so viel Müll rum) und dass der Import von richitgem Käse zwar etwas preisintnsiver, aber dennoch möglich ist. 

Fortsetzung folgt...

Reisterrassen

Der Gunung Kawi Tempel



Pura Saraswati in Ubud
Campuhan Ridge Walk

Waterfall Tegenungan

Und zum Schluss: die Boulderwand

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